von Herstal (Arnulfinger), Pipinn II., der Mittlere

männlich geschätzt 635 - 714  (~ 79 Jahre)


Angaben zur Person    |    Quellen    |    Alles    |    PDF

  • Name von Herstal (Arnulfinger), Pipinn II., der Mittlere  [1
    Geboren geschätzt 635 
    Geschlecht männlich 
    Gestorben 16 Dez 714  Jüpille bei Lüttich / Maas Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Personen-Kennung I37763  Vennekohl
    Zuletzt bearbeitet am 3 Jan 2020 

    Vater von Austrien (Arnulfinger), Ansegisel,   geb. 610,   gest. 685, Kloster Adene, Belgien Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 75 Jahre) 
    Mutter von Landen, Begga,   geb. geschätzt 620,   gest. 17 Dez 692  (Alter ~ 72 Jahre) 
    Familien-Kennung F13714  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie Chalpaida,   geb. geschätzt 654 
    Kinder 
    +1. von Franken (von Austrasien), Karl der Hammer, Martell,   geb. geschätzt 688,   gest. 15 Okt 741, Pfalz Quierzy Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter ~ 53 Jahre)
     2. von Herstal (Arnulfinger), Childebrand I.,   geb. 678
     3. von Herstal (Arnulfinger), Hildebrand,   geb. 680
    Zuletzt bearbeitet am 31 Dez 2019 
    Familien-Kennung F13672  Familienblatt  |  Familientafel

  • Quellen 
    1. [S3] Sonstiges.
      bei Gilles HOUDRY ist als Ehefrau Alpaide (Chalpais) angegeben. 679 Hausmeier von Austrien; Führer des Adels gegen Hausmeier Ebroin von Neustrien/Burgund: Schlacht bei Lucofao 680 verloren; 687 Schlacht bei Tertry: entscheidet damit den Machtkampf zugunsten des germanischen Ostteiles des Reiches und wird 688 Gesamthausmeier; stützt sich auf die Kirche; staatliche Institutionen fehlen weitgehend; 689 Schlacht bei Durstede: unterwirft Westfriesland, öffnet es der Mission Willibrords (+739) ausgehend von dessen Klostergründung Echternach; unterwirft Thüringen wieder und hält Sachsen, Bayern, Hessen und Alemannen in loser Abhängigkeit (etliche Feldzüge gegen sie); kann nicht verhindern, das sich Aquitanien löst (Herzog Eudo, +735) besiedelt verstärkt den mainfränkischen Raum, fördert dort die Missionierung. Pippin der Mittlere oder Pippin von Herstal lat. Pippinus (* um 635; ? 16. Dezember 714 in Jupille bei Lüttich) aus dem Geschlecht der Arnulfinger war von 679 bis 714 der tatsächliche Machthaber im Frankenreich, seit 679 Hausmeier von Austrasien, seit 680 als dux (Herzog) von Austrasien, ab 688/689 als Hausmeier von Neustrien (principale regimine majorum domus) und seit 688 Hausmeier von Burgund. Er war der Sohn von Ansegisel und Begga und ein Enkel von Arnulf von Metz.
      Nach dem Sturz und der Hinrichtung seines Onkels Grimoalds des Älteren 656/657 schien die Dynastie Pippins des Älteren vor dem Erlöschen zu stehen. In den 670er Jahren waren von seinen Nachkommen nur noch seine Tochter Begga und deren Sohn Pippin der Mittlere am Leben, der väterlicherseits ein Enkel Arnulfs von Metz war. Beide konnten jedoch die pippinidischen und arnulfingischen Besitzungen trotz der feindselig gesinnten Umgebung der 660er und 670er Jahre im Wesentlichen behaupten. Dabei dürfte Pippins Heirat mit Plektrudis, der Tochter des Pfalzgrafen Hugobert und der Irmina von Oeren, Angehöriger bedeutender austrischer Adelsgeschlechter, um 670/675 eine wesentliche Rolle gespielt haben.
      In den Wirren nach dem Tod des Merowingerkönigs Childerich II. und seines Hausmeiers Wulfoald zog Pippin mit Unterstützung austrasischer Großer gegen den mächtigen Neustrier Ebroin zu Felde. Dieses Unternehmen endete zwar 679 mit Pippins Niederlage, jedoch erkannte der neue neustrische Hausmeier Waratto nach Ebroins baldigem Tod (680) Pippins Vormacht in Austrasien an. In der Schlacht bei Tertry (687) errang Pippin schließlich durch einen Sieg über Warattos Schwiegersohn und Nachfolger Berchar die Herrschaft über das Gesamtreich. Pippin sicherte seine Macht dadurch, dass er nicht nur Berchar bis zu seinem Tode im Amt des neustrischen Hausmeiers beließ, sondern anschließend seinen Sohn Drogo mit dessen Witwe verheiratete. Darüber hinaus beließ er auch die merowingischen Könige auf dem Thron. Außerdem sicherte er frühzeitig den Erbanspruch seiner Familie, indem er seine Söhne Drogo und Grimoald den Jüngeren in wichtige Ämter einsetzte. Grimoald wurde neustrischer Hausmeier, so dass beide Hausmeier-Ämter in der Hand der Familie waren. Eine der wichtigsten militärischen Leistungen Pippins war die Eroberung Frieslands (690/695), die die Voraussetzung für die Christianisierung der Friesen durch den angelsächsischen Mönch Willibrord war. Bereits vor dem Tod Pippins Ende 714 brach ein Konflikt um seine Nachfolge aus. Dabei versuchte Plektrud, die Ansprüche ihrer Enkel (ihre beiden Söhne waren nicht mehr am Leben: Grimoald der Jüngere war im gleichen Jahr ermordet worden, Drogo bereits 708 gestorben) gegen die der beiden Söhne aus einer Beziehung Pippins mit seiner Friedelfrau Chalpaida, der uxor nobilis et elegans, Childebrand und Karl, durchzusetzen. Zur damaligen Zeit war das Bastardtum kein Ausschlußkriterium von derlegalen Erbfolge, was letztendlich durch die von Pippin unter dem massiven Einfluss Plektruds proklamierte Erbfolge durch seinen Enkel Theudoald, der selbst ein Bastard des Grimoald war, zeigt. Schon wenige Jahre nach Pippins Tod unterlag aberPlektrud letztlich Karl Martell (717).
      Pippin starb nach langer Krankheit. Er wurde in Chevremont beerdigt.
      Childebrand (? nach 751), Sohn der Chalpaida, nach anderen Quellen Sohn einer weiteren, namentlich unbekannten Mutter, wurde von Pippin mit einer Grafschaft in Burgund versorgt. Childebrand übernahm die Aufgabe, die Chronik Fredegars als karolingische Hauschronik fortzuführen. Eine Gedenktafel für ihn fand Aufnahme in die Walhalla bei Regensburg.
      Ehefrau(en): I. Plektrudis (Hugobertiner), II. Chalpaida, III. NN
      Kinder: Drogo (I.), Grimoald der Jüngere (I.), Karl Martell (II.), Childebrand (III.)